Hintergründe

Möglichst viele Interessen und Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen und Synergien zu nutzen sind wichtige Projektziele.

Alle Bedürfnisse unter einen Hut bringen

In der modernen Entwicklung von regionalen oder lokalen Projekten ist es unverzichtbar, möglichst vielfältige Interessen und Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. Im Fall des Nahversorgungszentrums in Sinzig, das auf dem sog. ehemaligen Rick-Gelände entstehen soll, ist dies in besonderer Weise realisierbar.

Nachhaltige Stadtentwicklung

Zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung gehören u.a. ausreichender und bezahlbarer Wohnraum, verträgliche touristische Konzepte und eine optimale Infrastruktur zur Nahversorgung. Diese drei städtebaulichen Aspekte stehen nicht zwingend in Konkurrenz zueinander, sondern können sich sachgerecht ergänzen. Im konkreten Fall wurde mit dem Kauf des ehemaligen Rick-Geländes ein Investor gefunden, der sich für das Projekt eines Nahversorgungszentrum begeistern ließ. Ob eine Wohnbebauung an der Stelle generell hätte sinnvoll umgesetzt werden können, steht in Frage, hält man sich vor Augen, dass ein Teilbereich unter einer Hochspannungstrasse verläuft und das angrenzende Baugebiet “Albert-Schweitzer-Straße” bereits seit Jahren nicht entwickelt werden konnte. Es ist davon auszugehen, dass im Stadtgebiet geeignetere Flächen zu diesem Zweck zur Verfügung stehen.

Eine touristische Erschließung seitens der Ahr lässt sich hingegen mit dem derzeitigen Planungsstand durchaus vereinbaren und ist bereits insoweit vorgesehen, dass nördlich des Planareals entlang der Ahr bzw. des dort verlaufenden Ahrradweges fußläufige und für Radfahrer geeignete Zuwegungen erfolgen werden. Einladende Parkrasen und entsprechende Ufervegetation fügen sich ins Bild, eine Gastronomie im Außenbereich wäre denkbar, sofern sich dafür Betreiberinteressenten finden lassen.

Koexistenz der Nahversorger und des Einzelhandels der Innenstadt

Wie bereits durch die Ansiedlung von Kaufland und die erhebliche Erweiterung des Rewe-Marktes am neuen Standort nachgewiesen, führen Neuansiedlung, Umzug und Flächenerweiterung von Discountern und Märkten innerhalb des zentralen Versorgungsbereichs nicht zu Umsatzeinbußen, geschweige denn zu Verödungsprozessen in der Innenstadt. Vielmehr können durch das nachhaltige Einzelhandelskonzept dahingehend Synergien entwickelt und genutzt werden.

Modernisierungen bei Aldi, Edeka und & Co.

Modernisierungen bei Edeka, Aldi und Co.

Wie bereits bei Rewe in Sinzig umgesetzt, verfolgen die Märkte und Ketten jeweilige Entwicklungskonzepte, um sich den fortschreitenden Anforderungen des Marktes anzupassen. Am Beispiel Aldi erkennt man eindrucksvoll, mit welchem Nachdruck die Umsetzung der neuen Konzepte verfolgt wird. Seit Beginn des Rollouts des neuen Einrichtungskonzepts wurden in Süd- und Westdeutschland 72 Neubauten eröffnet, 157 Filialen auf eine größere Fläche erweitert und 771 Filialen am gewohnten Standort umgebaut, um den gewandelten Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Seit Mai 2016 baut Aldi schrittweise seine Filialen um – 2020 soll der Umbau aller Standorte abgeschlossen sein. Ähnliche Konzepte liegen auch bei Edeka vor. Zusätzlich zum Kernsortiment setzt man dort auf Regionalität, Bio-, Fairtrade-Produkte uvm. Die Angebotsdiversifizierung, die vom Kunden verlangt wird, bringt geänderte Warenanordnungen und Raumkonzepte mit sich.

Warum nicht alle Märkte umziehen

Der geplante Getränkemarkt (trinkgut) gehört zur Edeka-Gruppe und soll mit Rücksicht auf den Mieter dort angesiedelt werden. Für den im Planungsgebiet anzusiedelnden Bekleidungsanbieter steht eine Verkaufsfläche von ca. 200 qm zur Verfügung. Der bestehende Bekleidungsdiscounter am jetzigen Aldi-Standort sieht ein anderes Raumkonzept und damit eine andere Fläche vor.

Wer was bezahlt

Für die Entwicklung und Umsetzung des Nahversorgungszentrums trägt der Investor und Grundstückseigentümer die alleinige Kostenlast. Diese umfasst auch alle Kosten der Bauleitplanung, die Gutachten und die späteren Erschließungsmaßnahmen inklusive der an der Kölner Straße vorgesehenen Kreisverkehrsanlage. Damit entstehen der Stadt mit der Umsetzung eines Nahversorgungszentrums keinerlei Kosten.

ppb

planungs – projektierungsbüro bläsius